Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten – unsere fünf Sinne sind das Tor zur Welt. Sie helfen uns, unsere Umwelt zu begreifen, zu genießen und zu verstehen. Doch was passiert, wenn einer dieser Sinne fehlt? Für viele von uns ist es kaum vorstellbar, wie sehr das den Alltag verändern kann. Genau diesem spannenden Thema widmete sich das diesjährige KidsAktiv-Event mit Übernachtung – ein Wochenende voller Aha-Momente, Spiel, Gemeinschaft und tiefgründiger Impulse.
Als roter Faden diente die biblische Geschichte von der Heilung eines Blinden (Markus 10, 46–52). Sie erinnerte uns daran, wie wertvoll unsere Sinne sind – und wie Jesus Menschen nicht nur körperlich, sondern auch im Herzen heilte.
Am Freitagnachmittag startete das Abenteuer im idyllisch gelegenen Naturfreundehaus Königsbach. Die Kinder tauchten spielerisch in das Thema ein: Sie lernten die Blindenschrift kennen, erfuhren, welche Hilfsmittel Menschen mit Sinneseinschränkungen im Alltag unterstützen, und gestalteten mit viel Kreativität ihre eigenen „Child of God“-T-Shirts – jedes ein kleines Kunstwerk.
Nach ausgelassenem Toben auf dem weitläufigen Gelände wartete ein kulinarisches Highlight: selbstgemachte Hähnchen-Döner und frisch gebackene Waffeln stillten den großen Hunger. Doch bevor es in die Nacht ging, wurde es noch einmal still und nachdenklich. In einer bewegenden Gesprächsrunde fragten wir: „Siehst du mich?“ – nicht nur mit den Augen, sondern mit dem Herzen. Sehen wir unseren Nächsten in seiner Angst, seiner Freude, seiner Unsicherheit? Und wenn ja – was machen wir damit?
Der Apostel Paulus spricht im Epheserbrief von den „erleuchteten Augen des Herzens“ die uns helfen können auch das verborgene wahrzunehmen. Diese Botschaft nahmen wir mit auf unsere Nachtwanderung – ein spannendes Spiel mit sechs Stationen, bei dem die Kinder ihre Sinne auf die Probe stellen mussten. Riechen, Tasten, Hören – an jeder Station galt es, Rätsel zu lösen und Hinweise zu entdecken. UV-Lampen halfen, verborgene Zeichen sichtbar zu machen. Am Ende leuchteten nicht nur die bunten Lichter im Wald, sondern auch die Augen der Kinder beim großen Finale.
Nach einer kurzen Nacht und einem überwältigenden Frühstücksbuffet hieß es Abschied nehmen – mit vielen neuen Eindrücken, einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl und der Erkenntnis: Manches sieht man nur mit dem Herzen wirklich gut.
Fazit: Glückliche Kinder, erschöpfte, aber erfüllte Betreuerinnen und Betreuer – und dankbare Eltern. Ein Wochenende, das Spuren hinterlässt – nicht nur augenscheinlich, sondern im Herzen.
CH