Vor mehr als einem Jahr begann die Reise der sechs KonfirmandInnen mit dem ersten gemeinsamen Kennenlernen und einer Unterrichtsstunde. Dann, am 12.04.26, durften die jungen Menschen die Konfirmation in mitten einer stolzen Gemeinde in der Kirche Karlsruhe-Mitte erleben. In diesem Jahr ist viel passiert, aus sechs sich teilweise unbekannten Gotteskindern wurde eine starke Einheit.
Während der Chor das festliche Lied „Lasst unser Loblied steigen“ einstimmte, führte der Konfirmandenlehrer Andreas Morlock stolz seine Truppe von KonfirmandInnen in das gefüllte Kirchenschiff – nun war die Gemeinde komplett und wenig später durften alle Anwesenden gemeinsam den diesjährigen Konfirmationsgottesdienst erleben.
Bezirksvorsteher Torben Halama widmete seiner Predigt die Bibelstelle aus Matthäus 10,32: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.“
Bereits vor einigen Wochen wurde nach einer Alternative zur Bezirkskirche in Söllingen gesucht, da diese bis auf Weiteres wegen Renovierung geschlossen bleibt. Durch gute und sehr hilfsbereite Kontakte in den Kirchenbezirk Karlsruhe, durften wir die tolle Kirche in Karlsruhe-Mitte für den Festgottesdienst nutzen. Torben Halama verwendete dies als Beispiel um zu erklären, dass die Entscheidung bei ihm lag, die detailgetreue Planung aber von vielen fleißigen und hilfsbereiten Glaubenskindern übernommen wurde. Wie bei einem Bienenschwarm sind alle los geschwirrt, um Aufgaben wie Orchester, Orgel, Chor, Blumen und Vieles mehr zu erledigen.
Zu Beginn beleuchtete der Bezirksvorsteher die bunt gemischten Eigenschaften der KonfirmandInnen, die auf einem Vorstellungspaper dargestellt waren. Zu jedem jungen Menschen nannte er eine Eigenschaft und zeigte in schöner Weise auf, wie wichtig diese unterschiedlichen Gaben Gottes im Alltag aber vor allem im Glaubensleben sind. Hilfsbereitschaft ist eine große und wichtige Säule im christlichen Leben. Durch sie können wir täglich Nächstenliebe in unserem Umfeld leben und für andere da sein. Selbstständig zu sein hilft einem guten Christen, auch schwierige und steinige Wegstrecken gut zu meistern und anderen ein Vorbild im Glauben zu sein. Neugierige Charakter sind ganz wichtig, um alle Facetten des Gemeindelebens im Blick zu behalten und gepaart mit den offenen Gotteskindern auch in den kleiner werdenden Bezirken für neue Ideen und Formate zu sorgen. Empathie ist eine weitere Säule im Glaubensleben, denn nur emphatische Gläubige können sich in Andere hineinversetzen und sie ein Stück des Weges helfend begleiten. Und zu guter Letzt braucht es natürlich die kreativen Köpfe, die mutig neue Wege einschlagen und sich dafür einsetzen, das Alte loszulassen und auch einmal etwas Neues wagen.
Priester Andreas Morlock wurde an den Altar gerufen. Er hat die KonfirmandInnen die letzten Monate während ihres Unterrichts begleitet und war neben einem Lehrer auch stets der Ansprechpartner und wertvolles Bindeglied zwischen den jungen Menschen. Er sprach den Unterschied zwischen Gottesfurcht und Menschenfurcht an und ermutigte die KonfirmandInnen, auch einmal den unangenehmen Weg gegen den Strom zu schwimmen, zu ihrem Glauben zu stehen und so dem Gruppenzwang zu entgehen und den Glauben zu leben. Der Vorsteher der Gemeinde Karlsruhe-Mitte, Tobias Metz, verglich in seinem Predigtbeitrag einen Gläubigen mit einem Fußballfan (natürlich dem KSC 😉). Einem Fan sieht man oft schon von Weitem an, welchem Club er treu ist. Denn neben den vielen Erzählungen besitzen Fans oft viele Artikel die Werbung für den Club machen. Außerdem halten sie sich wichtige Spieltermine oft wochenlang im Kalender frei und reisen für ihre Mannschaft auch einmal zu einem Auswärtsspiel an. Ein gläubiger Christ, der Freude an Jesus und Gott hat, spricht viel von Gott, lebt seinen Glauben und bringt auch Zeitopfer. Hierzu hat er die fünf KonfirmandInnen ermutigt.
Nach dem Festgottesdienst gab es einen ganz besonderen Gänsehautmoment – die Gemeinde sang gemeinsam mit dem Chor und dem Orchester als eine Einheit den „NAK-Schlager“, ein seit Jahrzehnten bekanntes und beliebtes Lied, „Der Herr ist mein Licht“. Das Kirchenschiff war erfüllt von hunderten Stimmen, alle vereint in derselben Bitte: „ …dass ich mög‘ bleiben im Hause des Herrn“. Mit diesem Wunsch endete ein schöner Konfirmationsgottesdienst der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ein besonderes Dankeschön gilt den Gemeindemitgliedern der Kirche Karlsruhe-Mitte, die uns liebevoll mit Worten und Taten unterstützt haben und ihre tolle Kirche zur Verfügung gestellt haben. Und zu guter Letzt schicken wir einen lieben Gruß an die Konfirmandin Hannah, die aufgrund von Krankheit leider nicht teilnehmen konnte.
EJ